..zu den Bildern Erhard Stöbes aus einem Text von Julian Schutting
"Ein extremes Beispiel dafür das Gemälde Prag, zumal sich da Erhard Stöbe, was er vielleicht gar nicht gerne hört, als ein Symbolist sui generis erweist, indem seine Symbole als Symbole ihrer selbst Anschaulichkeit gewinnen (wie etwa auch aus dem Toscana genannten Gemälde). Stadtansichten mögen andere malen, er lässt im Betrachter den Eindruck Prag aus traumhaft verfremdeten Atmosphärischem entstehen: der Golem ist da, aus traumhaft Eingedunkeltem vielleicht unter einem der Bögen der von Tonnen an Geschichte belasteten Moldaubrücke in wuchtiger Statur aufgetaucht, als eine Imagination, der ein antiker Heros oder Koloss vorgeschwebt sein könnte; ein mit den Füßen kopfüber von einem Strick Hängender weiß wohl noch weniger, als sein Hervorbringer, ob er ein Nachfahre des in der Moldau ertränkten Bischofs Pomuk ist oder mit der Zerreißung der Fußfessel Kafkas Prag entkommen möchte...
Wien für Ausländer - nicht das Wien der Touristen, sondern derjenigen Ausländer, die 'sowo' eine Bleibe finden; und daher auch das Wien, dessen schöne Hässlichkeit wir uns im Abzweigen vom schönen allzu Schein zu schätzen wissen! (Siehe dazu auch das Gemälde Unterführung mit einem schäbigen Auto mit glutroten Stopplichtern in einem Vorstadtwinkel - dank Stöbes malerischen Mitteln wird die nichtbeschönigte Wirklichkeit, ihr weiterhin Trübseliges, zu einem ästhetischen Lichtblick.)



